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Das Einrichten von Weichen

Präambel

Definitionen und einheitliche Namensgebung

Es macht durchaus Sinn, vorab gewisse "Standards" zu definieren und sich danach auch konsequent daran zu halten. So habe ich folgendes festgelegt:

Da man im BiDiB-Wizard für Ports, Makros und Accessories eigene aussagekräftige Name vergeben kann, halte ich mich auch diesbezüglich an einen selbstdefinierten "Standard":

Normalweichen und Bogenweichen

Die folgende beispielhafte Konfiguration der Weiche W41 kann auch 1:1 auf andere mittels Servo betätigte Modellbahnobjekte, wie z.B. Gleisperren, Lokschuppentore, Wasserkräne usw. übertragen werden. Der Fantasie des Modellbahners sind dabei keine Grenzen gesetzt. ;-)

Schritt 1: Konfiguration im BiDiB-Wizard

Schritt 1a: Definieren der Servo-Parameter im Servoausgänge-Tab der OneControl


Schritt 1b: Definition des Ports für die Herzstückpolarisierung


Schritt 1c: Definieren der GPIO-Ports für die Lage-Rückmeldungen der Weiche


Schritt 1d: Makrodefinitionen für gerade und abzweigende Weichenlage erstellen


Das Makro W41_G zeigt die Befehlsfolge, welche abgearbeitet wird, sobald Rocrail den Befehl zum Stellen der Weiche W41 für die gerade Fahrtrichtung an die OneControl sendet. Es ist sehr kurz und besteht nur aus 3 Zeilen (= 3 Befehle):

In analoger Weise wird das Makro W41_A für die abzweigende Weichenlage erstellt:

Schritt 1e: Zusammenfassen der beiden Makros zu einem Accessory


Es wird nun ein Accessory W41 angelegt. Als Begriff 0 wird das Makro für die gerade Weichenstellung definiert und als Begriff 1 jenes für die abzweigende Weichenstellung. Mittels >-Tasten ganz rechts können die beiden Begriffe auf ihre korrekte Funktionsweise überprüft werden. Die Nummer dieses Accessories notiert man sich nun, wir werden sie anschließend bei der Konfiguration in Rocrail noch brauchen.

Funktioniert alles wie gewünscht, ist die Konfiguration im BiDiB-Wizard abgeschlossen und nun geht es in Rocrail weiter …

Schritt 2: Konfiguration in Rocrail

Schritt 2a: Dezimale UID der OneControl bestimmen

:!: Voraussetzung: Es muss bereits eine BiDiB-Zentrale eingerichtet sein mit selbstgewählter Schnittstellenkennung (in meinem Fall "GBM").


Schritt 2b: Konfigurieren der allgemeinen Weichen-Einstellungen

Schritt 2c: Konfigurieren der Weichen-Schnittstelle

Schritt 2d: Anlegen der Weichen-Rückmelder

Schritt 2e: Eintragen der Weichen-Rückmelder


Fertig. :-)

Weichenrückmeldung --- wozu?

Wenn im Ansicht-Tab von Rocrail "Zeige anstehende Weichen" aktiviert ist, dann wird der Hintergrund einer Weiche rot dargestellt, wenn die befohlene Weichenstellung (ersichtlich am Gleisplan) mit der aktuell zurückgemeldeten Weichenstellung der Anlage nicht übereinstimmt. Dies habe ich im folgenden Screenshot bei der Weiche W31 simuliert. Wie zu erkennen ist, wurde die Weiche W31 auf Geradeausfahrt gestellt. Da der Rückmelder der Weiche W31 jedoch noch auf Abzweig steht, konnte die befohlene Weichenlage offensichtlich aus irgendeinem Grund nicht eingenommen werden.
Eine über diese Weiche führende Fahrstraße kann daher nicht "verriegelt" werden, ein eventuell vorhandenes Signal bleibt auf rot und eine Lok erhält keinen Fahrbefehl.


Dreiwegweichen

Dreiwegweichen werden in der Regel von 2 Servos angetrieben und daher gilt das für Normal- und Bogenweichen beschriebene Verfahren. Es sind nur 2 Weichen entsprechend zu konfigurieren. Obwohl Rocrail ein eigenes Gleissymbol für Dreiwegweichen bereitstellt, verwende ich jedoch 2 unmittelbar hintereinander angeordnete Normalweichensymbole.

Einfache und Doppelte Kreuzungsweichen (EKWs und DKWs)

Ob EKW oder DKW macht bei der Einrichtung keinen Unterschied. Da ich zur Zeit keine DKW im Einsatz habe, werde ich die Konfiguration anhand der EKW W21ab erklären.
Eine solche Weiche besitzt 2 unabhängige Weichenzungen die man theoretisch mit einem einzigen Servo bedienen und so die EKW entweder auf Geradeausfahrt (wie eine normale Kreuzung) oder auf Abzweig stellen könnte. Praktisch ist dies jedoch wegen der Herzstückpolarisierung nicht machbar. Daher kommen hier 2 Servos (SV_W21a und SV_W21b - je Weichenzunge eines) zum Einsatz. Dies vereinfacht auch die korrekte Darstellung der Weichenlage auf einer funktionsfähigen DKW-Laterne.

:?: Warum muss W21a in Vorzugslage auf Abzweig stehen? Weil bei einer solchen Weiche zu beachten ist, dass die Lage der jeweiligen Weichenzunge immer für die Polarisierung des gegenüberliegenden Herzstücks ausschlaggebend ist. Die folgende Skizze soll dies am Beispiel der EKW W21ab verdeutlichen:


Schritt 1: Konfiguration im BiDiB-Wizard

Die Konfiguration im BiDiB-Wizard erfolgt analog zu den oben stehenden Ausführungen für Normalweichen (Schritte 1a bis 1e).
Alles jedoch zweifach - einmal für W21a und einmal für W21b. So wie das ist in den jeweiligen Screenshots auch ersichtlich ist.


Schritt 2: Konfiguration in Rocrail

Schritt 2a: Dezimale UID der OneControl bestimmen

Schritt 2b: Konfigurieren der allgemeinen Weichen-Einstellungen

Schritt 2c: Konfigurieren der Weichen-Schnittstelle

Schritt 2d: Anlegen der Weichen-Rückmelder

Schritt 2e: Eintragen der Weichen-Rückmelder


Fertig. :-)

DKW-Laterne

Um eine vorbildgetreue mechanische Lösung mit koaxial drehbaren Blenden in H0 zu realisieren, müsste man Uhrmacher sein.:-D Daher ist hier ein guter Kompromiss gefragt.
Als DKW-Laterne bietet sich der Bausatz 7229 der Firma Weinert an. Dieser ist standardmäßig weder funktionsfähig noch beleuchtet, optional wäre nur eine simple Beleuchtung aller Segmente mittels Glühbirne vom Hersteller vorgesehen.

Modifikationen des Bausatzes

Da dies jedoch nicht meinen Vorstellungen entspricht, ist hier Selbstbau angesagt. Jedes Laternensegment soll durch eine eigens ansteuerbare LED ausgeleuchtet werden, was aufgrund der engen Platzverhältnisse jedoch eine große Herausforderung darstellt. Es hat sich gezeigt, dass sich dieses Vorhaben lediglich mit SMD LEDs der Baureihe 0603 (1,6 x 0,8 mm) verwirklichen lässt und selbst damit wird es ziemlich eng 8 LEDs in dem kleinen Gehäuse unterzubringen.
Um die LEDs richtig platzieren zu können, wurde eine Halterplatte für je 4 LEDs konstruiert und mit einem Ø 0,5 mm Fräser aus einer 1 mm starken Polystyrol-Platte gefräst. Dies hat zwar prinzipiell gut funktioniert, allerdings hat sich gezeigt, dass Polystyrol für diesen Zweck ungeeignet ist, weil es zu lichtdurchlässig ist. Auch wenn eine LED mit nur 2 mA betrieben wurde, konnte ein Durchscheinen zu den benachbarten LEDs nicht vermieden werden. Daher wurden die beiden Halterplatten letztlich aus einer 1 mm starken CFK-Platte gefräst, welche absolut lichtdicht ist.
Da die Leuchtflächen der verwendeten warmweißen LEDs gelb sind, wurde zwischen der Halterplatte mit den LEDs und der Laternenblende noch eine Abdunklungsfolie aus dem KFZ-Zubehörhandel angebracht. Somit erscheinen die nicht ausgeleuchteten Laternensegmente vorbildgerecht in tiefem schwarz.

Ansteuerung der DKW-Laterne

Die Ansteuerung der einzelnen Segment-LEDs erfolgt direkt von den 4 Weichen-Rückmeldern zu 4 Eingängen der NeoControl.
In der NeoControl sind dann noch 4 Makros anzulegen, die auf die entsprechenden Eingänge reagieren. Nachfolgend als Beispiel das Makro für das DKW-Segment von W21a_G.
Es wird gewartet bis der Eingang EKWLat_W21a_G auf 1 geht und dann werden die jeweiligen LEDs auf- bzw. abgedimmt. Wenn man die Werte für Vorglühen und Nachleuchten der Drehgeschwindigkeit des Servos entsprechend anpasst, dann gehen die LEDs synchron zur Bewegung der Weichenzunge weich an bzw. aus. Dadurch lässt sich die mechanische Blende des Originals perfekt imitieren.

1)
Sollte sich jemand auch so ein Interface bauen, so muss das in eigener Verantwortung geschehen. Ich übernehme dafür keine Haftung.